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Ökonomie des Nichtwissens: Aktienhype und Vertrauenskrise im Neuen Markt (Campus Forschung)
 
 
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Ökonomie des Nichtwissens: Aktienhype und Vertrauenskrise im Neuen Markt (Campus Forschung) [Taschenbuch]

Konstanze Piel
3.5 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (2 Kundenrezensionen)
Unverb. Preisempf.: EUR 24,90
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Produktinformation

  • Taschenbuch: 199 Seiten
  • Verlag: Campus Verlag; Auflage: 1 (18. August 2003)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3593372649
  • ISBN-13: 978-3593372648
  • Größe und/oder Gewicht: 20,6 x 14,8 x 1,4 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 3.5 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (2 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 1.612.125 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Produktbeschreibungen

Pressestimmen

02.03.2004 / Financial Times Deutschland: Wissen schadet dem Gewinn "Ein überzeugendes Porträt von Vorgängen an den Börsen."

Kurzbeschreibung

Seit dem Niedergang des Neuen Marktes ist die Bereitschaft, in junge, innovative Unternehmen mit hohem Un- sicherheitsfaktor zu investieren, rapide gesunken. Die viel gelobten Regeln der Neuen Ökonomie haben ihre Gültigkeit verloren. Konstanze Piel plädiert jedoch nicht für eine Rückkehr zu den Tugenden konventioneller Wirtschaftsmodelle, sondern für die Integration der marktwirtschaftlich unkalkulierbaren Faktoren des Nichtwissens in ein modernes Ökonomiemodell.

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2 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Ökonomie des Nichtwissens 14. September 2004
Konstanze Piel gelingt es mit „Die Ökonomie des Nichtwissens" einen differenzierten Blick auf ein Phänomen zu werfen, das in bestimmten Aspekten zu pauschal und unreflektiert verworfen wurde: die Neue Ökonomie.

Vor dem Hintergrund wissenssoziologischer Überlegungen plädiert die Bielefelder Systemtheoretikerin für eine neue Einschätzung des Umgangs der New Economy mit Kategorien des Wissen | Nichtwissens | Risikos, der innovativer und reflektierter war, als die nun wieder präferierte „Old Economy" es zu leisten imstande ist.

Hierin ist das Hauptargument der Autorin zu sehen: Gerade ein neuer Ansatz des Umgangs einer konsequent auf Zukunftsfähigkeit setzenden Wirtschaft, die sich vor dem Hintergrund der aufziehenden Wissensgesellschaft mit der komplementären Seite des Wissens, eben des Nicht-Wissen, auseinandersetzt (und auseinander setzen muss), verspricht ihrer Einschätzung nach - bezogen auf die allgemein aktuell erforderte Innovationsfähigkeit - eher tragfähige Konzepte für den Umgang mit Unsicherheit und Risiko zu generieren.

In diesem Umgang sieht die Autorin den „USP" dieser neuen Form des Wirtschaftens. Allein nun das börsliche Scheitern des für technik- und innovationsorientierte Unternehmen geschaffene Segment des „Neuen Markts" der Deutsche Börse AG zum Anlass zu nehmen, zurück zu schwenken zu einer Form des Wirtschaftens, die jenseits von vergangenheitsbezogenen Fundamentaldaten keinen Platz für Visionen und Innovationen lässt, erachtet mittlerweile nicht nur sie als folgenreichen Schritt.

Dass prominente Unternehmen der New Economy grundlegende Erfordernisse der klassischen Betriebswirtschaftslehre außer Acht gelassen haben - eine grundlegende Orientierung an formalen kapitalmarktlichen Erfordernissen und damit Anlegervertrauen fundierenden Bilanzzahlen - wird beklagt und von der Autorin eingefordert, um die neue Form des Wirtschaftens im ökonomischen Diskurs zu legitimieren. Allerdings nicht um den Preis der Aufgabe des unbestrittenen innovativen Potenzials. Nach Meinung der Autorin muss es in der Zukunft darum gehen, eine Form des Umgangs damit zu finden, die kreativen Aspekte der neuen - wissensbasierten und zukunftsorientierten - Form des Wirtschaftens mit den konventionellen Sichtweisen auf Ökonomie zu vereinen, um den Möglichkeitsraum einer „neuen Ökonomie" nicht mutwillig zu verspielen.

Die vorliegende Studie ist eine soziologische, systemtheoretische. Dies mag es dem unerfahrenen Leser an mancher Stelle nicht unbedingt leicht im Verständnis des Details machen, die grundlegende Argumentation wird hierdurch jedoch nicht geschmälert. Und hierum geht es: um Visionen, die zu Innovationen werden, und nicht um die vielbeklagte „Rückkehr der Erbsenzähler".

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3 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Die durchaus interessante These dieses Buches ist es, das zusammen mit Wissen (Redundanz) immer auch Nichtwissen (Varietät) produziert wird, beides somit untrennbar zusammen gehört. Abgehandelt wird dies am (Aufstieg und) Fall des „Neuen Marktes" eines inzwischen nicht mehr unter diesem Namen vorhandenen Börsensegmentes (geschlossen seit 05.06.03).
Die Autorin -eine Soziologin- hat den Anspruch mit dieser Dissertation einen Beitrag zu einer theoretischen Fundierung einer neuen Ökonomie zu leisten (Vorwort). Das ihr dies gelungen ist, darf mehr als bezweifelt werden, allenfalls ist ihr Beitrag marginal zu nennen.
Formal gewöhnungsbedürftig ist der durchgehend verwendete pluralis majestatis und die gleichzeitige (kontingente?) Verwendung von Fußnoten v.a. zu Anmerkungen und der Harvard Zitierweise für Quellenangaben. Dem Werk ist die starke Luhmann-Orientierung mit der im „Soziologie-Zusammenhang" üblichen Verwendung von (sinnlosen) Phrasen, die die Autorin wohl selbst nicht immer verstanden hat, leider anzumerken. Was ist beispielsweise eine „Interrelation", und welchen Neuigkeitswert hat die Aussage, daß eine Monopolisierung durch Wettbewerb unterminiert wird (S. 154)?
Eine kritische Betrachtung von Ansichten anderer Autoren findet nicht statt, vielmehr werden deren Ansichten eklektizistisch aneinandergereiht (vor allem Luhmann) als wenn es sich um einen Bestand sicheren Wissens handeln würde - und dies in einer Arbeit, die sich mit dem Verhältnis von Wissen und Nichtwissen beschäftigt! Die verbreitete Einsicht, das in der Neuen Ökonomie auch neue Regeln gelten (S. 52) war ja vielleicht falsch...
Warum die gängige Vorstellung von einer Aktie die eines Mitgliedspapiers (das Stimmrecht von Aktionären ist nicht das von Genossen) sein soll (S. 122 f.), bleibt wohl das Geheimnis der Autorin. Ebenso verhält es sich mit der von der Autorin als „Wunderwaffe" entdeckten „Balanced Scorecard", mit der sie die Probleme lösen möchte, die bei Bewertungen (im Bewertungszusammenhang sozusagen) insbesondere von Unternehmen der „new economy" hinsichtlich deren Überhangs von immateriellen Werten (hatten sie aber wohl meistens nicht) auftreten. So wird wird ein Gegensatz zwischen Methoden der Fundamentalbewertung und der Balanced Scorecard (BS) konstruiert, den es so gar nicht gibt. Das die BS „ein elaboriertes Modell zur Bewertung "... immaterieller Vermögenswerte" ist, wird behauptet, aber nicht erläutert, und darf wohl auch angezweifelt werden. Wie mit der BS der Wert einer Marke oder des Rufes eines Unternehmens bewertet werden soll (in Zahlen wohlgemerkt) bleibt ebenfalls offen.

Das Buch ist nur bedingt empfehlenswert. Die Autorin hat eine recht umfangreiche Bibliographie (ganz toll: Luhmann) und eine interessante These. Wer das Soziologendeutsch nicht scheut und der Autorin nicht immer glaubt, kann trotzdem einen Nutzen daraus ziehen.

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