Eine kluge Analyse, wenn auch sicher ein wenig gar kopflastig. Aber das Thema selbst ist es schon wert, ihm ein wenig Aufmerksamkeit zu schenken, denn vermutlich ist uns allen zu wenig bewusst, wie sehr unser Leben durch die Art unserer Wahrnehmung beeinflusst wird. Medien leben von Aufmerksamkeit, Stars leben von Aufmerksamkeit, Beziehungen leben von Aufmerksamkeit - alles, was Bedeutung bekommen soll, hat Beachtung nötig. Sie ist der Schlüsselfaktor für alles. Und je grösser das Angebot, das uns umgibt, desto klüger müssen wir mit ihr umgehen.
Das erkennt und schildert Georg Franck alles sehr gut. Es ist alles sehr logisch und nachvollziehbar. Aber irgendwie springt der Funke nicht. Es bleibt zu intellektuell. Wir verstehen es, aber es bleibt irgendwie offen, welche andern Möglichkeiten es gäbe. Zu wenig wird klar, dass Aufmerksamkeit nicht nur eine Masseinheit für die Wahrnehmung ist, sondern dass wir durch sie unser Leben gestalten und in einem bedeutenden Mass darüber entscheiden können, welchen Dingen und Werten wir uns zuwenden wollen und welchen nicht. Das Thema ist eigentlich zu wichtig, um es so nüchtern abhandeln zu können. Aber wir werden auf viele Dinge hingewiesen, die uns klarmachen können, dass wir uns dieser Sache viel grundlegender widmen müssen, wenn wir verstehen wollen, worum es da eigentlich geht.