Kurzbeschreibung
Auch mehr als zehn Jahre nach der Konferenz für Umwelt und Entwicklung in Rio de Janeiro vergeht kaum eine Woche, in der die Medien nicht über Umweltkatastrophen berichten. Während natürliche Katastrophen meist schicksalhaft hingenommen werden, kommt es zu einer besonders emotionalen öffentlichen Diskussion bei Unregelmäßigkeiten des Betriebsablaufs von Produktionen mit hohem Umweltgefährdungspotenzial. Deutlich werden veränderte Erwartungen der Öffentlichkeit an unternehmerische Leistungen, wobei Anspruchsgruppen wie Bürgerinitiativen, Umweltschutzorganisationen oder Verbraucherverbände ein nicht mehr ignorierbares Gegengewicht zu den bestehenden Machtbasen darstellen. Im Hinblick auf eine legitimationsfördernde Unternehmenspolitik dürfen ökologische Konflikte deshalb trotz einer erheblichen Ressourcenbindung nicht dysfunktional zu Störfaktoren reduziert werden, sondern müssen im Unternehmen Anpassungsprozesse für eine langfristig tragfähige Unternehmenspolitik auslösen.
Eine entsprechende Verankerung ökologischer Aspekte in der Unternehmenspolitik und die Anpassung der betrieblichen Leistungspotenziale in dieser Weise ist schon seit geraumer Zeit Gegenstand betriebswirtschaftlicher Forschung und Praxis. Konsequenzen für das Konfliktmanagement werden aber bislang weitgehend vernachlässigt - eine Lücke, die die vorliegende Arbeit schließen möchte. Hierzu werden vom Verfasser Ansatzpunkte für ein verändertes Konfliktverständnis geliefert und ein ökologisches Konfliktmanagement konzeptualisiert. Aufbauend auf der Analyse der Einflussfaktoren der Entstehung bzw. -eskalation ökologischer Konflikte werden dabei institutionelle Arrangements der Konflikthandhabung wie Konfliktumgehung bzw. -vermeidung' Konfrontation, Kompromiss, Kooperation und Partizipation als praxistaugliche Handlungsalternativen vorgestellt und anhand von Schlüsselfaktoren bewertet.
Über den Autor
Stefan Sekul wurde 1967 in Lindlar geboren. Nach dem Abitur am St. Angela Gymnasium in Wipperfürth nahm er 1986 die Studien der Betriebswirtschaftslehre und der Volkswirtschaftslehre an der Universität zu Köln auf, die er 1992 als Diplom-Kaufmann bzw. 1993 als Diplom-Volkswirt abschloss. Danach arbeitete er an der Abteilung für Wirtschaftswissenschaft und ihre Didaktik der Universität zu Köln als Wissenschaftlicher Mitarbeiter und später als Studienrat im Hochschuldienst im Bereich der Lehrerbildung. Seine Promotionsstudien bei Prof. Dr. Dr. h. c. Günter Beuermann beendete er 2002 mit der Promotion zum Dr. rer. pol. Seitdem ist er als Lehrer am Berufskolleg Wipperfürth tätig.