Das neue Lehrbuch „Ökologie" aus der Reihe UTB Basics (Wittig & Streit 2004) erlaubt einen knappen und komprimierten, aber gut lesbar Einstieg in das Thema. Unterteilt in kurze Kapitel von 5 bis 15 Seiten werden zum einen grundlegende Aspekte wie Autökologie, Populationsökologie oder Biozönose, zum anderen aber auch viele angewandte Themen wie Stadtökologie, Biomonitoring oder Artenschutz angesprochen.
Vom Umfang her eignet es sich v.a. für einen ersten Überblick über das Thema oder als komprimierte Lernhilfe. Dabei kann das Buch natürlich dickere Lehrbücher der Ökologie oder angerissener Teildisziplinen nicht ersetzen. So kann z.B. in einem 10-Seiten-Kapitel zur Autökologie nicht die Rolle der unterschiedlichen Standortfaktoren einzeln diskutiert werden. Die Autoren haben es aber in den einzelnen Kapiteln weitgehend geschafft, die jeweils wichtigen Fragekomplexe zumindest stichpunktartig zu erwähnen, so dass ein ungefährer Überblick geschaffen wird, von dem aus bei Interesse mit weiterer Literatur punktuell vertieft werden kann. Dabei ist sicherlich hilfreich, dass das Buch von einem Botaniker und einem Zoologen gemeinsam geschrieben wurde. Die Gegenüberstellung der Fachbegriffe und ihrer unterschiedlichen Anwendung in beiden Teildisziplinen hilft nicht nur dem Anfänger, Fehlinterpretationen zu vermeiden. Auch Merksätze und Definitionen, die am Seitenrand hervorgehoben platziert sind, sowie tabellarisch aufbereitete Terminologie-Systeme erleichtern die schnelle und strukturierte Aufnahme des Inhaltes.
Die Abbildungen sind sowohl inhaltlich als auch grafisch gut aufbereitet. Teilweise sind diese in leicht veränderter Form umfangreicheren Lehrbüchern entnommen. Allerdings ist die Angabe „über 100 farbige Abbildungen" auf dem Klappentext sehr hochgegriffen, handelt es sich doch im Prinzip um s/w-Abbildungen, die teilweise durch eine weitere Farbe (Blau) etwas aufgepeppt wurden. Die angegebene Literatur beschränkt sich neben wenigen spezielleren Angaben für Abbildungsquellen auf die relevanten weiterführenden Lehrbücher zu den einzelnen Themen sowie ausgewählte „Klassiker".
Positiv hervorzuheben sind einige begleitende Informationen, die über die reinen Fachdetails hinausgehen. Ein Abschnitt über „Was muss ein Ökologe können?" wie auch die Erwähnung der relevanten Fachgesellschaften und -zeitschriften hilft v.a. Anfängern sicherlich besser in den Themenbereich einzusteigen. Allerdings ließe sich diese sehr verkürzte Information stellenweise noch optimieren. So sollte z.B. aus Gründen der möglichen weiteren Recherche statt dem Begriff „Biodiversitätskonvention" (S.16) besser der offizielle Name verwendet werden.
Insgesamt als Einstieg ein empfehlenswertes Buch zu einem vertretbarem Preis.