Gregory Bateson arbeitet interdisziplinär. Ich habe mich mit seinem Lernmodell beschäftigt. Marotzki nennt es ein "synchrones Ebenenmodell", weil gleichzeitig Unterschiedliches auf den drei Ebenen lernbar ist. Obwohl Bateson von einer behavioristischen Denkposition ausgeht, erweitert er die Reiz-Reaktions-Prozesse darüber hinaus, in dem er sich im Lernmodell auf Prozesse im Austausch mit der Umwelt ebenso wie auf innere Prozesse, in denen eigene Erkenntnisse entwickelt werden, bezieht. Die drei Lernebenen stehen in einem logischen Zusammenhang zueinander: Lernen I ist Erfahrungslernen, Lernen II bildet Identität und Charakter, in dem Schlüsse aus dem Erfahrungslernen gezogen werden und Lernen III bedeutet das Lernen lernen, in dem Gelerntes wieder in Frage gestellt wird ebenso verlernt wie um- und neugelernt wird. Bateson stellt ein hoch aktuelles Modell zur Verfügung, das mit dem Gedanken des lebenslangen Lernens einhergeht, das Lernen nicht allein inhaltsvermittelnd sondern ebenso persönlichkeitsbildend fasst.
Ich bin neugierig geworden, weiterzulesen.