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Öko-Nihilismus: Eine Kritik der Politischen Ökologie
 
 
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Öko-Nihilismus: Eine Kritik der Politischen Ökologie [Broschiert]

Edgar L. Gärtner
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Produktinformation

  • Broschiert: 284 Seiten
  • Verlag: Tvr Medienverlag; Auflage: 1., Aufl. (April 2007)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3000205985
  • ISBN-13: 978-3000205989
  • Größe und/oder Gewicht: 21,6 x 13,6 x 2 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.9 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (10 Kundenrezensionen)
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Produktbeschreibungen

Kurzbeschreibung

Edgar Gärtner kennt viele unbekannte Hintergründe und Details aus der Geschichte der internationalen Umweltpolitik als ehemaliger Chef eines großen deutschen Öko-Magazins aus eigener Anschauung. Um diese für viele Außenstehende sicherlich neuen Zusammenhänge geht es in „Öko-Nihilismus“, seinem neuestem Werk. So kann er sehr gut belegen, dass der beinahe zeitgleiche Start der „grünen“ Politik in allen führenden Industrieländern keine Frucht einer irgendwie gearteten Verschwörung, sondern überwiegend Ergebnis der Nachahmung eines zuerst in den USA unter dem damaligen Präsidenten Richard Nixon erfolgreich erprobten Politikmodells war. Es überrascht, daß gerade ihre eindrucksvollen Ergebnisse bei der Reinhaltung der Gewässer und der Luft die Umweltpolitik in die Falle des Populismus, in eine von Katastrophenangst und Hysterie getriebene mentale und tendenziell auch ökonomische Abwärtsspirale lockten. Mit anderen Worten: Als die Bekämpfung konkreter, messbarer Belastungen von Wasser und Luft bereits große Fortschritte gemacht hatte und die Umweltpolitik somit dabei war, sich selbst überflüssig zu machen, begannen sich Politiker um ungelegte Eier zu sorgen, indem sie sich im Namen des „Vorsorgeprinzips“ der vorgeblichen Bekämpfung hypothetischer Zukunftsprobleme wie dem als Bedrohung hingestellten Klimawandel zuwandten. Gärtner zeigt auch, dass die dem „Vorsorgeprinzip“ zugrunde liegende Denkfigur des Alles oder Nichts ein Kind des Kalten Krieges zwischen dem mehr oder weniger marktwirtschaftlich verfassten Westen und der Befehlswirtschaft des kommunistischen Ostens ist. Es ließen sich damit Investitionen rechtfertigen, die sich - rein ökonomisch gesehen - bei weitem nicht rechneten. Ging es dabei doch um den Fortbestand der westlichen Welt als solche, d.h. um eine reale Bedrohung von Freiheit und Demokratie. Werde diese Logik jedoch auf hypothetische Gefahren angewandt, drohe das Abgleiten in den Nihilismus, warnt Gärtner. Nihilist sein heißt nach Albert Camus, irgendetwas für wichtiger zu erachten als das menschliche Leben in Freiheit und Würde. Aktuelle Musterbeispiele dafür sind ohne Frage islamistische Selbstmord-Attentäter. Weniger offenkundig ist die nihilistische Tendenz bei vielen Umweltschützern. Doch auch sie stellen, wie Gärtner nachweist, nicht selten fragwürdige Ziele wie den Schutz des (nicht definierbaren) „Weltklimas“ durch eine drastische Drosselung des Ausstoßes des angeblichen „Klimakillers“ Kohlendioxid (CO2) und die Förderung so genannter erneuerbarer Energien mithilfe von Zwangsabgaben über das Ziel der Bewahrung von Freiheit und Menschenwürde. Sie nehmen dabei, so Gärtner, nicht nur in Kauf, dass die Armen infolge der Verteuerung von Nahrung und Energie noch ärmer werden, sondern verschlechtern auch allgemein die Voraussetzungen für den Fortgang technischer Innovationen und des wirtschaftlichen Wohlstands. Noch boomt die deutsche Wirtschaft. Noch sind Strom, Gas und Benzin für die meisten einigermaßen erschwinglich. Aber wenn das von der Bundesregierung bereits beschlossene Programm einer 40-prozentigen CO2-Einsparung bis zum Jahre 2020 bei gleichzeitigem Ausstieg aus der Nutzung er Atomenergie umgesetzt wird, könnte das ganz anders aussehen, mahnt Gärtner. Er zeichnet nach, wie der „Klimaschutz“ zur letzten Bastion derer wurde, die auch im Zeitalter der Raumfahrt, der Globalisierung der Märkte und des Internet an der Fiktion einer geschlossenen Welt festhalten und Politik weiterhin im Sinne einer paternalistischen und protektionistischen Hauswirtschaft betreiben wollen. In diesem Sinne, so Gärtner, ist der Ansatz vieler heutiger Ökologen „verrückt“. Doch eine Welt, in der für Glaubensfreiheit und individuelle Verantwortung kein Platz ist, sei weder erstrebenswert noch genüge sie dem Anspruch der Nachhaltigkeit, betont Gärtner.

Über den Autor

Der Umweltjournalist und Buchautor Edgar Ludwig Gärtner (Jg. 1949) ist einer der profiliertesten deutschen Ökologen und Direktor des Umweltforums des Centre for the New Europe (CNE), einer Denkfabrik in Brüssel. Anders als der grüne Mainstream vertritt er jedoch vehement technik- und wachstumsbejahende Positionen: Bereits in den siebziger Jahren wies er im (linken) Magazin Konkret auf die menschenverachtenden Konsequenzen der vom Club of Rome initiierten, berühmt-berüchtigten Studie „Die Grenzen des Wachstums“ hin. Nach seinem Studium der Hydrobiologie und der Politikwissenschaft in Frankfurt am Main und Aix-Marseille schrieb Gärtner zunächst für das auflagenstarke französische Wissenschaftsmagazin Science & Vie (Paris). 1989 war er Mitbegründer eines ökologischen Wirtschaftsinformationsdienstes in Frankfurt, von 1993 bis 1996 Chefredakteur des Mitgliedermagazins einer großen Naturschutzorganisation. Gärtner verließ diese Organisation und die „grüne“ Bewegung, weil er 1995, zu Zeiten der Berliner Weltklimakonferenz, zu der Überzeugung gelangte, daß die „Klimapolitik“ nichts anderes als eine neue Form des Klassenkampfes von oben ist.

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63 von 72 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Tiefgründig, kritisch, überraschend - ein Muß für alle Umwelt-Interessierten, 23. Mai 2007
Rezension bezieht sich auf: Öko-Nihilismus: Eine Kritik der Politischen Ökologie (Broschiert)
Ein überraschendes Ökologiebuch. Überraschend deshalb, weil es, obzwar von einem studierten und engagierten Ökologen geschrieben, eher philosophisch, wissenschaftssoziologisch, ökonomisch und demokratietheoretisch, ja streckenweise sogar theologisch argumentiert. Die umfangreiche Bibliografie lässt auf eine große Belesenheit des Autors schließen.

Edgar Gärtner kennt als vom Katholizismus, aber auch von der 68er Revolte geprägter Endfünfziger viele der heutigen Umwelt-Aktivisten unbekannte Hintergründe und Details der Geschichte der internationalen Umweltpolitik seit den 60er Jahren des vergangenen Jahrhunderts.

Die Umweltpolitik wurde in den 70er und 80er Jahren zum erfolgreichsten Politikbereich überhaupt. Aber gerade ihre eindrucksvollen Ergebnisse bei der Reinhaltung der Gewässer und der Luft lockten die Umweltpolitik in eine von Katastrophenangst und Hysterie getriebene mentale und tendenziell auch ökonomische Abwärtsspirale.

Mit anderen Worten: Als die Bekämpfung konkreter, messbarer Belastungen von Wasser und Luft bereits große Fortschritte gemacht hatte und die Umweltpolitik somit dabei war, sich selbst überflüssig zu machen, begannen sich Politiker um ungelegte Eier zu sorgen, indem sie sich im Namen des Vorsorgeprinzips" der vorgeblichen Bekämpfung hypothetischer Zukunftsprobleme wie dem als Bedrohung empfundenen oder hingestellten Klimawandel zuwandten.

Gärtner zeigt, dass die dem Vorsorgeprinzip" zugrunde liegende Denkfigur des Alles oder Nichts ein Kind des Kalten Krieges zwischen dem mehr oder weniger marktwirtschaftlich verfassten Westen und der Befehlswirtschaft des Ostens ist. Es ließen sich damit Investitionen rechtfertigen, die sich, rein ökonomisch gesehen, bei weitem nicht rechneten. Ging es dabei doch um den Fortbestand der westlichen Welt als solche, d.h. um eine reale Bedrohung der Freiheit. Werde diese Logik jedoch auf hypothetische Gefahren angewandt, drohe das Abgleiten in den Nihilismus, warnt Gärtner.

Nihilist sein heißt, irgend etwas für wichtiger zu erachten als das menschliche Leben in Freiheit und Würde. Aktuelle Musterbeispiele dafür sind ohne Frage islamistische Selbstmord-Attentäter. Weniger offenkundig ist die nihilistische Tendenz bei vielen Klimaschützern" und Weltverbesserern. Doch auch sie stellen, wie Gärtner nachweist, nicht selten fragwürdige Ziele wie den Schutz des (nicht definierbaren) Weltklimas" durch eine drastische Drosselung des Ausstoßes des angeblichen Klimakillers" Kohlendioxid (CO2) und die Förderung so genannter erneuerbarer Energien mithilfe von Zwangsabgaben über das Ziel der Bewahrung von Freiheit und Menschenwürde. Sie nehmen dabei, so Gärtner, nicht nur in Kauf, dass die Armen infolge der Verteuerung von Nahrung und Energie noch ärmer werden, sondern verschlechtern auch allgemein die Voraussetzungen für den Fortgang technischer Innovationen und des Wirtschaftswachstums.

Der Autor zeichnet nach, wie der Klimaschutz" zur letzten Bastion derer wurde, die auch im Zeitalter der Raumfahrt, der Globalisierung der Märkte und des Internet an der Fiktion einer geschlossenen Welt festhalten und Politik weiterhin im Sinne einer paternalistischen und protektionistischen Hauswirtschaft betreiben wollen. Doch eine Welt, in der für Glaubensfreiheit und individuelle Verantwortung kein Platz ist, sei weder erstrebenswert noch genüge sie dem Anspruch der Nachhaltigkeit.

In seiner Kritik des Nihilismus folgt Gärtner weitgehend den Argumenten des 1960 verstorbenen französischen Literaturnobelpreisträgers Albert Camus, lässt aber auch seine katholische Herkunft durchschimmern. Diese zeigt sich in dem das ganze Buch prägenden Vertrauen in die menschliche Intelligenz, in die Einheit von Glauben und Vernunft und in seiner Überzeugung, dass der gesunde Menschenverstand, selbst wenn er mit Brachialgewalt vor die Tür gesetzt wurde, sich letztlich durch die Hintertür doch wieder Zugang zur Gesellschaft verschafft und die Menschen daran erinnert, dass sie in einer in jeder Hinsicht offenen Welt leben.
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71 von 82 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Ein wichtiges Buch für die Klimadebatte, 27. Juni 2007
Rezension bezieht sich auf: Öko-Nihilismus: Eine Kritik der Politischen Ökologie (Broschiert)
Klimaschutz als Umweltproblem: Treibhaus-Hysterie und die Gefahren einer neuen McCarthy-Ära

Wenn man in Deutschland etwas gelten will, muss man sich nach Erfahrungen von Trendforscher Matthias Horx nur auf die Bühne stellen und von Knappheit predigen: Das deutsche Lied handelt vom Mangel: Mangel an Zuneigung, Mutterliebe, Solidarität, Lohn, Mitteln der öffentlichen Hand, Ruhe, Höflichkeit, Werten, Moral, Kuscheltieren - wie Knut beweist. Wo Knappheit den Diskurs bestimmt, entsteht eine Kultur des Geizes und der Angst. Alles dreht sich um Einschränkung, Sparen, Knausern, Knapsen. Die Deutschen sind Rekordhalter im Discountsektor, und sie sparen Wasser, bis die Rohre eintrocknen", schreibt Horx in seinem Fachdienst Zukunftsletter http://www.zukunftsletter.de. Er verweist auf das Buch Verschwendung" des Redakteurs Wolf Lotter. Die Denk-Koryphäe der Zeitschrift brand eins" differenziere zwischen Verschwendung und Vergeudung. Die Natur sei ein einziges Beispiel für üppige Verschwendung. Alles protzt, prunkt, blüht, gärt, zersetzt sich, wird recycelt, beginnt von vorne. All das macht Sinn, weil es nicht vergeudet, sondern nur verschwendet", führt Horx weiter aus. Natur selbst könne sich gar nicht verschwenden, sie ist Verschwendung aus Prinzip und nur deshalb erfinderisch. Ein Markt, der nur das Nötigste" biete, werde uns allenfalls depressiv machen, aber nicht zum Handeln anregen.

Die große Erzählung vom ,Global Warming' hat die Knappheitsrhetoriker wieder ganz oben auf die Kanzel gesetzt. Nun sollen wir einhalten, umkehren, den Atem anhalten - bei der Strafe des Untergangs, bei dem wir abwechselnd gegrillt, geröstet oder überflutet werden. Aber auch Energie ist nicht wirklich knapp. Nur bestimmte Arten, mit Energie umzugehen, sind ziemlich unintelligent", so Horx. Der Energieexperte Tobias Janßen, Vorstandschef der Düsseldorfer Beteiligungsgesellschaft Goldfish Holdings http://www.goldfish-holdings.com, warnt in der Klimafrage vor Kurschlussreaktionen, blinden und strohfeuerartigen politischen Maßnahmen, wie sie zur Zeit auf der Tagesordnung von Merkel und Co. stehen. In der Klimapolitik wird zu monokausal gedacht und so getan, als ob Uno-Beschlüsse und wissenschaftliche Expertisen eine Erwärmung der Erde aufhalten. Das ist größenwahnsinnig. Hier sind zu viele Makroklempner am Werk. Diese Planungen machen ihre Gestalter anscheinend besoffen. Besser wäre es, über Wege der Anpassung an die Veränderung des Klimas nachzudenken", empfiehlt Janßen. Der Klimawandel biete nach einem Bericht der FAZ eine gute Möglichkeit, den Antiamerikanismus grün zu streichen. Die Wahrheit ist kleinteiliger. Die Amerikaner haben die Bedrohungen durch den Klimawandel längst ins Auge gefasst. Und sie sind nicht tatenlos geblieben. Vor allem in der Energieeffizienz haben sie gewaltige Fortschritte gemacht dank erheblicher Investitionen in Technologien. Ein erstes Ergebnis der Bemühungen kann sich sehen lassen: 2006 sanken die Kohlendioxid-Emissionen um 1,3 Prozent im Vergleich zum Vorjahr, während die Volkswirtschaft um mehr als drei Prozent wuchs. Zur gleichen Zeit sind die Kohlendioxid-Emissionen in allen wichtigen Unterzeichnerländern des Kyoto-Protokolls außer Deutschland gestiegen. In Großbritannien, das sich seit kurzem leuchtend grün gibt, stiegen die Emissionen um mehr als drei Prozent", kommentiert die FAZ http://www.faz.net.

Radikale Ziele formulieren, ohne die eigenen Hausaufgaben zu erledigen, mache die Europäer nicht gerade glaubwürdig. Sie schreckt die Schwellenländer China, Indien und Russland sogar ab, die den Verdacht formulieren, dass Europa die wirtschaftliche Aufholjagd der armen Länder mit Umweltschutzauflagen bremsen will. Auch wollen sich die Ärmeren nicht in ihre Energiepolitik hineinregieren lassen von reichen Ländern, deren Bürger fünfmal so viel Dreck emittieren", führt die FAZ weiter aus.

Mit Pragmatismus, technischen Innovationen und einer gewaltigen Forschungsoffensive machen uns die Amerikaner vor, wie man Umweltschutz nach vorne bringt. Bush konzentriert sich auf realpolitisch sinnvolle Schritte, wie die Reduktion der Abhängigkeit vom Öl oder die Einführung von sauberer Kohleverbrennung. In Deutschland überschlagen wir uns mit Forderungen nach Steuererhöhungen, Verboten, Restriktionen, utopischen Zielen und moralischen Appellen. Das wird uns nicht weiterbringen", betont Janßen, der auch im Executive Board American Chamber of Commerce http://www.amcham.de tätig ist.

Der Biologe und Wissenschaftsjournalist Edgar Gärtner http://www.gaertner-online.de geht noch einen Schritt weiter und analysiert in seiner Streitschrift Öko-Nihilismus" (VTR Medienverlag http://www.tvrgroup.de) die wirtschafts- und gesellschaftspolitisch fragwürdige Tendenz zur Wissensanmaßung: Ein buchhalterisches Herangehen an die Ressourcenfrage mit der mehr oder weniger klaren Absicht der Rationierung bringt gar nichts. Vielmehr benötigt die physische Umsetzung der Nachhaltigkeitsidee Dinge und Verhältnisse, die erst noch erfunden werden müssen. Diese Situation erfordert einen Politikansatz, der auf den Erfindungsreichtum freier Menschen baut. Die heutige Politik tut aber genau das Gegenteil, indem sie vordringlich solche Forschung fördert, die Zukunftsängste und den dadurch geförderten Aberglauben bestärken", stellt Gärtner fest und wendet sich gegen eine Renaissance des jakobinischen Konformismus mit der Totschlagfloskel Dazu gibt es keine Alternative" von Politikern wie Kanzlerin Angela Merkel.

Es gibt zur vorherrschenden Klimapolitik immer Alternativen. Anmaßende Politphrasen bringen keine Innovationen, sondern wirtschaftliche und gesellschaftliche Verhältnisse, die Tüftlern, Spinnern und Ketzern Freiräume gewähren und jene belohnen, deren Erfindungen bekannte Probleme menschenwürdiger, effizienter und kostengünstiger lösen als herkömmliche Techniken und Systeme", schreibt Gärtner und verweist auf das Prognosedesaster der selbsternannten Umweltexperten im Club of Rome. Top-Manager, Bürokraten und Wissenschaftler aus 25 Ländern unter Führung des Fiat- und Olivetti-Vorstandes Aurelio Peccei waren Ende der 1960er Jahre ähnlich ambitioniert gestartet wie die UN-Klimabehörde IPCC. Unter Leitung von Dennis L. Meadows vom Massachusetts Institut of Technology (MIT) bastelten Betriebswirtschaftler und Systemanalytiker an einem kybernetischen Weltmodell" und schockierten die Weltöffentlichkeit mit Untergangsszenarien, die sich am Ende als heiße Luft herausstellten.

Die westlichen Volkswirtschaften mussten allerdings einen hohen politischen und wirtschaftlichen Preis für den ökologischen Alarmismus zahlen und sich mit dümmlichen Ideologen wie den früheren EWG-Wirtschaftskommissar Sicco Mansholt herumschlagen, der den Meadows-Bericht ,Grenzen des Wachstums' aufgriff und für Europa eine strenge Planwirtschaft forderte, die jedermann das Existenzminimum sichern würde sowie den Aufbau eines umweltschonenden Produktionssystems mit systematischer Wiederverwertung. Dieses Ziel wollte Mansholt mit einer merklichen Senkung des Wohlstands und einer Beschränkung der freien Verfügung über Güter erreichen. Über einen Fünfjahresplan sollte ein sauberes Produktionssystem auf der Grundlage eines geschlossenen Wirtschaftskreislaufs geschaffen werden über die Einführung eines Systems von Produktionsbescheinigungen, das Mansholt auf europäischer Ebene kontrollieren wollte. Ähnlich klingt die Planungshybris des heutigen EU-Umweltkommissars Stavros Dimas, der den Aufbau einer ,Kriegswirtschaft' fordert zur Bekämpfung des Treibhauseffektes", moniert Gärtner.

Selbst Klimaforscher bemängeln mittlerweile den brachialen Stil, mit dem eine wissenschaftliche These kanonisiert und durchgepeitscht werden soll. Wissenschaftler verfallen in einen Eifer, der geradezu an die Ära McCarthy erinnert", kritisiert Hans von Storch vom GKSS-Forschungszentrum in Geesthacht. Das führe nach Meinung des Münchner Publizisten Michael Miersch http://www.maxeiner-miersch.de zu einer Verdrängung aktueller Krisen. Wenn alle Mittel in die Klimarettung gepumpt werden, geraten Überfischung, Tropenwaldzerstörung, Luft- und Wasserverschmutzung in Entwicklungsländern aus dem Fokus. Schlimmer noch: Schon heute wird Regenwald gerodet, um Ölpalm- und Zuckerrohrplantagen für Bio-Treibstoffe anzupflanzen. Die ,Klima-über-alles'-Stimmung könnte sich zu einem massiven Umweltproblem auswachsen", befürchtet Miersch.
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46 von 53 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Ein tolles Buch gegen die Ideologisierung in Umweltfragen, 14. Mai 2007
Von 
Rezension bezieht sich auf: Öko-Nihilismus: Eine Kritik der Politischen Ökologie (Broschiert)
Es gibt leider zu wenige Bücher, die sich dem methodologisch fragwürdigen Vorgehen mancher in Umweltfragen engagierter Autoren annehmen. Manchmal hat man als Leser den Eindruck, daß einem Autor der Glaube an seine bevorzugte Theorie wichtiger ist als deren Überprüfung. Edgar Gärtner kritisiert diesen Ersatz der Rationalität durch den Glauben mit guten Argumenten. Der Begriff "Öko-Nihilismus" gefällt mir sehr gut.

Ob der sogenannte Klimawandel Menschenwerk ist oder nicht, ob er überhaupt exitiert oder nicht, können wir Leser als Laien nicht entscheiden. Aber wir sollten hellhörig werden, wenn selbsterklärte Klimaretter bis dato bewährte Theorien aus der Klimaforschung mit Schimpfwörtern bedenken (was soll der Begriff "Klimaleugner" anderes bewirken?), statt sich mit ihnen sachgemäß auseinanderzusetzen.

Ich hatte schon immer handfeste Interessen bei denen vermutet, die mehr lautstark als seriös ihre "modernen" Umweltauffassungen vertreten haben. Dank Gärtner weiß ich jetzt, daß ich nicht ganz falsch lag.
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