Trotz aller Schreckensmeldungen: Pessimismus ist nicht angebracht. Pessimismus hat eine selbstbestätigende Kraft. Aber auch der Optimismus ist bedenklich. Optimisten neigen zur Problemverdrängung. Um es mit Karl Valentin zu sagen: "Optimisten sind Leute, die die Dinge nicht so tragisch nehmen wie sie sind."
Der Markt, sich selbst überlassen, löst die Probleme nicht. Er lässt die Starken gewinnen, und zwar auch dann, wenn ihre Stärke der Raubbau ist. Der Staat oder die Völkergemeinschaft müssen den Rahmen setzen und dabei auch die Interessen der Ungeborenen schützen.
Der goldene Mittelweg zwischen Pessimismus und Optimismus ist schmal. Das vorliegende Buch bewegt sich auf diesem Mittelweg.
Öko-Realismus hebt sich angenehm ab von der üblichen Drucksachenproduktion in Sachen Umweltschutz. Sachlich, kompetent, diskussionsbereit und couragiert befaßt sich Wolfgang Gründinger mit den wichtigsten Krisenfeldern vom Treibhauseffekt bis zur Massenmobilität. Als Anwalt der Jugend wirbt der wohl jüngste Umweltpolitiker hierzulande für einen Paradigmenwechsel in der Politik, um eine lebenswerte Zukunft für kommende Generationen zu erhalten. Sein Engagement für die richtige Sache macht Mut. Das sage ich besonders mit Blick auf sein Alter. Seinem Buch wünsche ich weite Verbreitung und seinem politischen Engagement langen Atem.