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Buchnotiz zu : Frankfurter Allgemeine Zeitung, 03.09.2001
Mit dem vorliegenden Band aus dem Nachlass Blumenbergs setzt sich Henning Ritter in seiner vermeintlichen Rezension eigentlich kaum auseinander. Vielmehr schildert er die Karriere des Philosophen und stellt fest, dass die frühen akademischen Schriften zum großen Teil aus dem Gesichtskreis der Blumenberg-Kenner gefallen sind. Dem kann nun diese Sammlung verstreuter Aufsätze ganz offensichtlich auch nicht abhelfen - denn Henning Ritter fordert nicht weniger als eine Gesamtausgabe. Dafür ist ihm denn auch kein Superlativ zum Lobe Blumenbergs zu schade. Er spricht von der "atemberaubenden expansiven Bewegung" seines Denkens und behauptet, Blumenberg habe "Beiläufiges nie produziert". Die entschiedene logische Schlussfolgerung, Ritter schreibt es noch einmal, damit Suhrkamp es auch wirklich mitkriegt: eine Gesamtausgabe muss her.
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Über den Autor
Hans Blumenberg wurde am 13. Juli 1920 in Lübeck geboren und starb am 28. März 1996 in Altenberge bei Münster. Nach seinem Abitur im Jahr 1939 durfte er keine reguläre Hochschule besuchen. Er galt trotz seiner katholischen Taufe als ›Halbjude‹. Folglich studierte Blumenberg zwischen 1939 und 1947 mit Unterbrechungen Philosophie, Germanistik und klassische Philosophie in Paderborn, Frankfurt am Main, Hamburg und Kiel. 1947 wurde Blumenberg mit seiner Dissertation Beiträge zum Problem der Ursprünglichkeit der mittelalterlich-scholastischen Ontologie an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel promoviert. Hier habilitierte er sich 1950 mit der Studie Die ontologische Distanz. Eine Untersuchung über die Krisis der Phänomenologie Husserls. Sein Lehrer während dieser Zeit war Ludwig Landgrebe. Im Jahr 1958 wurde Blumenberg in Hamburg außerordentlicher Professor für Philosophie und 1960 in Gießen ordentlicher Professor für Philosophie. 1965 wechselte er als ordentlicher Professor für Philosophie nach Bochum und ging im Jahr 1970 an die Westfälische Wilhelms-Universität Münster, wo er 1985 emeritiert wurde. Blumenberg war Mitglied der Akademie der Wissenschaften und der Literatur zu Mainz (seit 1960), des Senats der Deutschen Forschungsgemeinschaft und Mitgründer der 1963 ins Leben gerufenen Forschungsgruppe »Poetik und Hermeneutik«.