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Ärzte im Dritten Reich
 
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Ärzte im Dritten Reich [Gebundene Ausgabe]

Robert J. Lifton
4.3 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (3 Kundenrezensionen)

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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 681 Seiten
  • Verlag: Klett-Cotta; Auflage: 2., Aufl. (1996)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 360893121X
  • ISBN-13: 978-3608931211
  • Größe und/oder Gewicht: 21,8 x 15 x 5 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.3 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (3 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 623.862 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Produktbeschreibungen

Kurzbeschreibung

Die umfassende Gesamtdarstellung der Mediziner im Dritten Reich zeigt Ärzte in verschiedenen Rollen, als Täter, Mittäter, Mitläufer und Opfer - einige wenige leisteten Widerstand. Lifton diskutiert, wieso gerade die zum Heilen berufenen Ärzte zu Mördern werden konnten. Seine psychologische Studie berücksichtigt bei der Suche nach Antworten auf diese Kernfrage Hunderte von Interviews und meist unzugängliche Prozeßprotokolle, basiert aber vor allem auf dem direkten Dialog mit Tätern und solchen Opfern, die dem Tod entkommen konnten. -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.

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Die hilfreichsten Kundenrezensionen

8 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen gute Hintergrundinformation, bedingt zitierfähig, 17. Juli 2000
Rezension bezieht sich auf: Ärzte im Dritten Reich (Taschenbuch)
Die vollständige und ernsthafte Aufarbeitung der medizinischen Vebrechen im Dritten Reich wurde erst in den letzten Jahren amgebfangen. Viele Fragen in Bezug auf die Menschenversuche innerhalb der KZs, Krankenhäuseren und Pflegeanstalten sind offen geblieben, vor allem die dringende Fragen, warum gerade Ärzte diese Verbechen an der Menschlichkeit verüben konnten. In Liftons Buch bekommt der Leser weniger Fakten,sondern eher Einblick in Psyche der Mediziner, die die Verbrechen durchgeführt haben. In vielen Interview mit Gefangenen und Opfern der grausamen Versuche, aber auch mit den Tätern selbst, den KZ-Ärzten, wird dem Leser deutlich wie die damalige Situation und Argumentation gewesen sein mochte. Diese Buch kann einen bei wisenschaftlichen Arbeiten unterstützen, ist aber in weiten Teil nicht zitierfähig. Die benutzte und angegebene Literatur in diesem Buch ist ausführlöich und kann einem bei weiteren Recherchen nützlich sein.
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7 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen Wichtig zu wissen, 3. Januar 2000
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Ärzte im Dritten Reich (Taschenbuch)
Robert Jay Lifton, dem bekannten Autor von historischer Fachliteratur, hat dieses Buch einem gerne verdrängtem und weniger bekanntem Thema gewidmet. Den Ärzten und Medizinern im Dritten Reich. Er unterscheidet wissenschaftlich und historisch sehr korrekt zwischen den Tätern, Mitläufern und Opfern im weißen Kittel in der Zeit der braunen Diktatur in Deutschland. Das bekannteste Beispiel für den Täter ist natürlich der allseits bekannte Sadist Dr Mengele, der erst Ende der siebziger Jahre friedlich in Südamerika verstorben ist. Lifton macht sehr deutlich, daß auch in dieser gesellschaftlichen Elite nur wenige Widerstandskämpfer, aber um so mehr Täter und Mitläufer und angepasste "Wegseher" gab. Dieses Werk ist eine wichtige historische Quelle gerade auch für alle Studenten der Medizin. (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Die Schreckensherrschaft der rassistischen Halbgötter in weiß, 22. Juni 2010
Rezension bezieht sich auf: Ärzte im Dritten Reich (Taschenbuch)
Ca. 200.000 bis 350.000 Zwangssterilisierungen gab es im Dritten Reich. Zuerst vergaste man Babys und kleine Kinder. Dann ging man dazu über, Jugendliche zu ermorden und später Erwachsene. Die Kinder vergaste man oder ließ sie langsam durch immer weniger Essen verhungern, weshalb manche behinderten Kinder ihre eigenen Exkremente aßen, um etwas Nahrung zu bekommen. Viele Ärzte waren begeisterte Nationalsozialisten und machten mit. Andere wenige weigerten sich und retteten sogar einige Menschen. Ca. 100.000 psychisch kranke Menschen wurden ermordet. 1941 verordnete Hitler die Beendigung des Euthanasie-Programms, aber merkwürdigerweise wurde es von vielen Ärzten fortgeführt. Diesmal durch tödlich wirkende Medikamente. Manche Ärzte versuchten, sich in den Interviews mit Lifton zu rechtfertigen. Andere bekannten ihre Schuld. Manche schämten sich. Das Thema ist ziemlich deprimierend. Manche Soldaten wurden während der Erschießungen von Juden, Sinti und Roma und Kriegsgefangenen wahnsinnig. Manche Ärzte waren von ihren Taten überzeugt, andere hatten Gewissensbisse, viele betranken sich, um zu vergessen, was sie taten. Manche Ärzte halfen den Gefangenen. Viele Gefangene verhungerten oder hatten Ödeme am Körper wegen des Hungers. Manche Gefangenen lagen mit Toten in ihren Betten. Es roch sehr stark nach Verwesung. Lifton meint, dass manche Nazi-Ärzte eine Auschwitz-Identität hatten und dazu noch eine normale. Viele waren froh, wenn sie einmal nach Hause konnten, um ihre Familien zu sehen. Einige Häftlinge, die von Beruf Ärzte waren, bekamen das Vorrecht, mit den Nazi-Ärzten zusammenzuarbeiten und ihnen zu helfen. Manche mussten aber vorher Gruben, die als Aborte benutzt wurden, mit ihren eigenen Händen säubern, was bedeutete, dass sie menschliche Exkremente mit ihren eigenen Händen wegräumen mussten. Diese Häftlingsärzte wurden dann teilweise selbst zu Tätern gemacht, weil sie viele kranke Häftlinge zu den Gaskammern schickten. Es gab auch Kontakte zwischen Nazi-Ärzten und weiblichen Häftlingsärztinnen. Manche polnischen Kriegsgefangenen waren Antisemiten und schlugen jüdische Häftlinge. Der Häftlingsarzt Dehring führte 17.000 Operationen an Menschen ohne Betäubung durch. Eine Frau bekam eine Injektion in den Unterleib und schrie vor Schmerzen. Der Arzt sagte ihr, wenn sie nicht vergast werden wolle, solle sie aufhören zu schreien. Männer wurden an Genitalien geröntgt, wodurch sie zeugungsunfähig wurden. Sie hatten Verbrennungen an den Hoden. Vielen wurden die Hoden oder ein einzelner Hoden entfernt, teilweise mit unzureichender Narkose, so dass die Männer vor Schmerzen schrieen. Frauen wurden im Unterleib geröntgt, so dass sie unfruchtbar wurden. Ein Arzt injizierte einer Frau eine giftige Chemikalie in die Scheide. Die Frau wurde krank und in die Gaskammer geschickt. Lifton beschreibt die Brutalität des Schlächters Josef Mengele eingehend und dann andere Ärzte. Die letzten Kapitel handeln über die Psychologie des Mordens und des Völkermordes, was eine bahnbrechende und überzeugende Analyse darstellt. Das Buch ist zwar ziemlich deprimierend, aber gerade angehende Ärzte sollten das lesen und jeder, der wissen will, was die deutschen Ärzte damals taten.
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