Der Wechsel zwischen Historie, Theorie, Praxis und den Kurzbiografien berühmter und bedeutender antiker Ärzte macht den Reiz dieses Buchs aus, das an keiner Stelle trocken wirkt und neben einer Fülle an Informationen dem interessierten Laien auch Unterhaltung auf hohem Niveau bietet. Fachspezifische Vorkenntnisse sind für die Lektüre nicht vonnöten.
Innerhalb der Kapitel herrscht überwiegend eine chronologische Ordnung der einzelnen Beiträge vor; manche Themen freilich übergreifen mehrere Epochen der Antike.
Gelegentlich findet man Ausblicke in die Gegenwart, zum Beispiel, wenn es um die Gesundheitspflege geht, die bereits im alten Griechenland eine wichtige Rolle spielte. Viele Praktiken wie etwa die auch im Mittelalter noch genutzte "Drecksapotheke", also die Verwendung von Fäkalien, anderen Körpersekreten und sonstigen widerlichen Substanzen als Heilmittel, erscheinen uns heute nicht nur befremdlich, sondern abstoßend. Verblüffen mag hingegen der Umstand, dass man bereits in der Antike erfolgreich Staroperationen durchführte. Gerade hinsichtlich der Stärken der antiken Medizin hat das letzte Kapitel viel Interessantes zu bieten.
Während die Unterkapitel mit medizinischen, philosophischen oder historischen Themen klassisch, allerdings in zwei Spalten, gehalten sind, wurden die Biografien ebenso wie immer wieder eingefügte Infokästen mit speziellen Inhalten, etwa Informationen zu bestimmten Heilpflanzen, farbig unterlegt. Zahlreiche meist großformatige Abbildungen ergänzen die Texte. Es handelt sich um Fotos ärztlicher Instrumente, aber auch um Abbildungen von Kunstwerken, auf denen Szenen aus der ärztlichen Praxis zu sehen sind, von Schriften und manchem mehr.
Informativ und unterhaltsam, häufig äußerst verblüffend präsentieren sich die Inhalte dieses schön aufgemachten Buchs, dessen Lektüre dem Leser einen spannenden und recht gründlichen Einblick in die antike Medizin bietet - und ihm Respekt abnötigt.