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»Jede Freundschaft mit mir ist verderblich«: Joseph Roth und Stefan Zweig. Briefwechsel 1927-1938
 
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»Jede Freundschaft mit mir ist verderblich«: Joseph Roth und Stefan Zweig. Briefwechsel 1927-1938 [Gebundene Ausgabe]

Joseph Roth , Stefan Zweig , Madeleine Rietra , Rainer-Joachim Siegel
5.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (2 Kundenrezensionen)
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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 624 Seiten
  • Verlag: Wallstein (Oktober 2011)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3835308424
  • ISBN-13: 978-3835308428
  • Größe und/oder Gewicht: 19,6 x 13 x 3,4 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 5.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (2 Kundenrezensionen)
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Produktbeschreibungen

Pressestimmen

Platz 2 der SWR Bestenliste November 2011»Und jetzt endlich ist es so weit: Der Roman des Exils erscheint in dieser Woche im Wallstein Verlag. Es ist ein begeisterndes, dramatisches, tragisches Monument geworden. Die Geschichte eines Untergangs. Eine Geschichte aus den Jahren, als die Brücke einstürzte, die uns verband mit der Zeit davor, der Welt von gestern, von der die österreichischen Juden Stefan Zweig und Joseph Roth geschrieben haben.«(Volker Weidermann, Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung, 25.09.2011)»Zwei Brieffreunde, zwei Exilanten der Innen- und der Außenwelt: Der klarsichtige und zugleich trunksüchtige Melancholiker Roth und sein Kollege Zweig, der wohlhabende Weltschriftsteller und Selbstmörder in spe. Ein ungleiches Paar. Dieser Briefwechsel liest sich wie ein Roman. Es geht ums Geld, ums Sehnen nach der Welt von Gestern (»Die Hölle regiert«), um Verzweiflung (»Ich kann nicht mehr«). Es geht um uns.«(Philip Haibach, Die Welt, 12.10.2011)

Kurzbeschreibung

Der faszinierende Briefwechsel erzählt die Geschichte einer spannungsreichen Freundschaft, besonders unter den extremen Bedingungen des Exils."Deutschland ist tot. Für uns ist es tot. Es ist ein Traum gewesen. Sehen Sie es endlich, bitte!", so beschwört Joseph Roth 1933 Stefan Zweig in einem Brief. Roth, im galizischen Brody aufgewachsen, ist bis zu diesem Zeitpunkt einer der gefragtesten Feuilletonisten. Zweig, der aus einer wohl habenden jüdischen Familie in Wien stammt, ist ein literarischer Bestsellerautor von Weltruhm. Die Freundschaft der beiden Autoren wird nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten zunehmend überschattet: Während Roth schon 1933 emigriert und von Beginn an radikal jeden Kompromiss ablehnt, versucht Zweig noch längere Zeit, sich zu arrangieren. Trotz der zunehmenden Entfremdung, unter der beide leiden, unterstützt Zweig den Freund finanziell, versucht auch immer wieder Roth vom zerstörerischen Alkoholismus abzubringen. Der Briefwechsel erzählt die Geschichte einer Freundschaft, die auch an den politischen Verhältnissen zerbricht und die Geschichte zweier im Exil zerstörter Leben. "Wir werden nicht alt, wir Exilierten" schreibt Zweig, als Roth 1939 in Paris stirbt. 1942 nimmt Zweig sich in Petropolis, Brasilien, das Leben.

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Die hilfreichsten Kundenrezensionen

11 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Brisante Dokumente, ein Genre aus dem Jenseits, 19. Oktober 2011
Von 
Gerhard Mersmann "GM" (Mannheim) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)    (VINE®-PRODUKTTESTER)    (REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: »Jede Freundschaft mit mir ist verderblich«: Joseph Roth und Stefan Zweig. Briefwechsel 1927-1938 (Gebundene Ausgabe)
Klassisch ist die Veröffentlichung von Briefwechseln nicht immer eine Bereicherung. Oft wird durchaus Profanes, das nichts Tieferes verbirgt, nicht dadurch besser, weil es aus der Feder renommierter Größen stammt. Der Briefwechsel zwischen den Schriftstellern Joseph Roth und Stefan Zweig hingegen gewährt tiefe Einblicke in die Tragödie des menschlichen Daseins. In einem Genre, das heute nicht mehr existierte, nämlich dem mit Hand oder Schreibmaschine geschriebenen physischen Brief, der Tage oder Wochen unterwegs war, zu unterschiedlichen Adressen des Exils, versuchen diese beiden Schriftsteller, das Band ihrer Freundschaft nicht zerreißen zu lassen.

Die Gemeinsamkeiten sind auf den ersten Blick groß: beide sind erfolgreiche Schriftsteller, beide stammen aus Österreich und beide sind Juden. In der Korrespondenz jedoch werden die Welten deutlich, die zwischen beiden liegen. Joseph Roth, der das Stigma des Ostjuden vor sich selbst nie ablegen konnte und stets glaubte, sich beweisen zu müssen, Joseph Roth, der sich vom Schicksal verfolgt glaubte und trotz großer literarischer Erfolge in ständiger Geldnot lebte, Joseph Roth, dem die Melange aus persönlichem Schicksal und politischem Debakel zu ungenießbar wurde und dem Alkohol verfiel. Dagegen Stefan Zweig, der Großbürger und Wiener, der Erfolgsautor und Wohlhabende, dem alles in den Schoß zu fallen schien, bis ihn das Unsägliche des Faschismus ungläubig in die Isolation, die Emigration und letztendlich in den Freitod trieb.

Die in dem vorliegenden Buch dokumentierte Korrespondenz der beiden beginnt mit dem scheinbar Alltäglichen, den Informationen über wechselnde Adressen und Verlage. Ein sehr impulsiver und ständig sich in Erinnerung bringender Joseph Roth und ein selten, dann aber überlegt und ausführlich antwortender Stefan Zweig. Erst mit dem Jahr 1933 wird die Korrespondenz politischer und der durch Diskriminierungen geschulte Ostjude Joseph Roth ist derjenige, der das Wesen des Faschismus sogleich schonungslos beschreibt und seinen Freund Zweig vor Illusionen warnt. Roth weiß bereits bei der Machtübernahme, wohin das alles führen wird: bei ihm zum frühen Tod und bei Europa zur Zerstörung. Da ist es Zweig, der es nicht glauben will und erst durch schmerzhafte Fehler, in dem er den falschen Leuten Vertrauen schenkt, zu einem Prozess der argen Erkenntnis kommt. Die Korrespondenz wird in den letzten fünf Jahren hitziger und gehetzter, bei Roth sind es Geldsorgen und die durch den Alkohol angegriffene Gesundheit, bei Zweig die Irritation über den sich selbst zerstörenden Freund und die untergehende Kultur, die die Lektüre zu einer mit Spannung geladenen Studie macht.

Die hier publizierten Briefe, die übrigens in einem ausführlichen Anhang sehr gut kommentiert sind und es dadurch auch historisch weniger vertrauten Leserinnen und Lesern ermöglichen, die Vorgänge nachvollziehen zu können, sind ein dramatisches Logbuch über die Freundschaft zweier Schriftsteller, die sie nicht vor dem Untergang bewahren konnte.
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5 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Drei Koffer, 1. Januar 2012
Von 
Rezension bezieht sich auf: »Jede Freundschaft mit mir ist verderblich«: Joseph Roth und Stefan Zweig. Briefwechsel 1927-1938 (Gebundene Ausgabe)
Dieser Briefband ist ein wichtiges Dokument für alle, die ein besonderes Interesse an der Geschichte der deutschen Exilliteratur haben.
Das Buch hilft uns mehr mit dem Verständnis von Roth als mit Zweig, aus dem einfachen Grund, weil der Band wesentlich mehr Briefe von Roth enthält. Das wiederum dürfte seinen Grund in der Lebenslage der beiden Männer haben: Roth war ein Nomade, er hat nie einen festen Wohnsitz gehabt. Sein bewegliches Gut bestand aus drei Koffern, wie er in einem Brief sagt. Also gingen die meisten Briefe Zweigs an Roth verloren.

Roth war gegen Ende der Weimar Zeit endlich auf der Erfolgsspur als Romanschreiber. Die Machtübernahme der Nazis machte dem ein Ende. Von nun an ging es ihm dreckig. Die wirtschaftlichen Probleme wurden durch persönliche Katastrophen, vor allem die Krankheit seiner Frau (sie verbrachte die letzten etwa 10 Jahre ihres Lebens in einer Heilanstalt und wurde dann im Rahmen eines Nazi-Programms ermordet, als Roth schon tot war) verschärft.
Der Geldmangel ist ein laufendes Thema der Briefe Roths. Mitunter möchte man ausrufen: hör doch mit dem Jammern auf, Mann! Aber wir haben leicht reden.

Andere laufenden Themen: die Nazis, die Kollegen in der Emigration (leider wurde sehr viel gezetert und gekeift...), die Habsburg-Nostalgie (das war ein Augenöffner für mich, ich hatte zuvor nicht geglaubt, dass der Radetzkymarsch echte Nostalgie darstellt), Roths neu entdeckter Hang zum Katholizismus... (dies zusammen mit der Habsburg-Verehrung machten Roth in seinen letzten Jahren zu einem politischen Exoten.)

Zweig, der mir als Autor persönlich weniger bedeutet als Roth, erweist sich durchweg als loyaler, integrer, und geduldiger Freund, der Roth mehrfach materiell unter die Arme greift. Seine Versuche, Roth zur Einsicht wegen seines Alkoholismus zu bringen, scheitern an Roths geschickter Selbsttäuschung. Er trinkt ja fast nur Wein...
Meine Begegnungen mit Zweig als Prosa-Autor und Essayist führten immer wieder zu leichtem Nase-Rümpfen wegen Zweigs Sprache: es erschien mir immer dass Zweig mit der deutschen Grammatik uneins war, und dass er nicht eben besonders elegantes Deutsch schrieb, während Roth dagegen ein Meister der kraftvollen und bildreichen Sprache war, bei dem mich gelegentliche Schnitzer weniger störten.
Nun weiss ich aus der Korrespondenz, dass ich damit nicht allein bin: Zweigs Gegner griffen ihn auch damals deshalb an. Da ich mich nicht als Gegner sehe, will ich meine Kritik künftig etwas einschränken.
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