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»Die Kälte darf nicht siegen!«: Was Menschlichkeit gegen Gewalt bewirken kann
 
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»Die Kälte darf nicht siegen!«: Was Menschlichkeit gegen Gewalt bewirken kann [Gebundene Ausgabe]

Gisela Mayer
4.1 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (10 Kundenrezensionen)
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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 224 Seiten
  • Verlag: Ullstein Hardcover (23. Februar 2010)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3550088140
  • ISBN-13: 978-3550088148
  • Größe und/oder Gewicht: 22 x 14,4 x 2,8 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.1 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (10 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 17.005 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Mehr über den Autor

Gisela Mayer
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Produktbeschreibungen

Kurzbeschreibung

Ihre Tochter starb in Winnenden. Jetzt schreibt Gisela Mayer ein sehr persönliches Buch darüber, was sich in unserer Gesellschaft ändern muss. Der 11. März 2009 war der schwärzeste Tag im Leben von Gisela Mayer: Es war der Tag, an dem ihre Tochter von einem jugendlichen Amokläufer in den Tod gerissen wurde. Wie konnte es zu diesem entsetzlichen Verbrechen kommen? Was läuft in unserer Gesellschaft schief? Gisela Mayer ist engagierte Mutter und Ethiklehrerin. Seit langem schon kämpft sie gegen die Gleichgültigkeit und Kälte, die sich in unserer Gesellschaft immer stärker verbreiten. Sie fragt, warum viele Kinder und Jugendliche keinen Respekt mehr vor anderen Menschen haben; sie lehnt Killerspiele und Gewaltvideos ab, weil sie uns immer mehr abstumpfen lassen; und sie zeigt, was sich ändern muss, damit es kein zweites Winnenden mehr geben kann. Ein mutiges Buch, das durch seine Klarheit und Haltung überzeugt.

Über den Autor

Gisela Mayer, Jahrgang 1957, unterrichtet Ethik an verschiedenen Schulen. Gemeinsam mit anderen Opfer-Angehörigen gründete sie das ?Aktionsbündnis Amoklauf Winnenden?, deren Sprecherin sie ist. Gisela Mayer lebt in Weissach im Tal, in der Nähe von Stuttgart.


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Kundenrezensionen

Die hilfreichsten Kundenrezensionen
15 von 23 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von C. Kuhn
Format:Gebundene Ausgabe
Ein sehr mutiges Buch, die Autorin kämpft trotz ihrer Trauer um einen Wandel in unserer Gesellschaft. Ein Umdenken, das schon längst hätte stattfinden müssen. Im Umgang mit unseren Kindern und Jugendlichen, egal ob als Eltern, Ausbilder oder Lehrer, nicht mehr wegschauen, einfach machen lassen und denken: "es wird schon noch". Sondern wieder tatkräftig mit anpacken, Erziehung wieder leben und mit Lebendigkeit erfüllen. Mit den Kindern kritisch über Internet, PC-Spiele, Fotohandys und Medien zu diskutieren ist aus eigener Erfahrung nervenaufreibend, letztendlich stösst die Diskussion jedoch nicht auf taube Ohren, sondern die eigenen Kinder werden selber gegenüber diesen neuen Medien kritisch und geben uns recht. Wir Erwachsenen können und müssen einiges bewegen, auch Unterricht in Schulen sollte nicht mehr nur aus "Selbstlernkompetenz" und "Präsentationen" bestehen, bei dem sich viele Jugendliche einfach nur alleingelassen fühlen. Wir sollten wieder mehr Grenzen setzen, sichere Grenzen, in denen sich unsere Kinder bewegen können und aufgefangen werden.
Vielen Dank für dieses aufschlußreiche Buch, das jeder, der sich in irgendeiner Form für unseren Nachwuchs verantwortlich fühlt lesen sollte. Um die daraus gewonnenen Denkanstöße endlich in die Realität umzusetzen.
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4 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Mimir TOP 1000 REZENSENT
Format:Gebundene Ausgabe
»Der schwärzeste Tag meines Lebens begann strahlend schön.« So beginnt das Buch von Gisela Mayer. Es war der Tag, an dem ihre 24-jährige Tochter Nina, genannt Nan, von einem jugendlichen Amokläufer in Winnenden getötet wurde. Gisela Mayer beschreibt im Prolog ihres Buches eindringlich und aufwühlend, emotional und ehrlich, offen, aber kritisch und keinesfalls gefühlsduselig diesen schrecklichen Tag.

Sie kritisiert die »Schamlosigkeit der Medien, die Fassungslosigkeit heucheln und sich doch nur auflagensteigernd am Grauen der Tat weiden.« Frau Meyer beklagt die »kommerzialisierte Emotion« und den »Voyeurismus der Öffentlichkeit«. Sie erwartet von Politik, Medien und Öffentlichkeit, dass »man gewillt sei, nicht tatenlos hinzunehmen, sondern dass man endlich den Mut hat, sich einzugestehen, dass in unserer Gesellschaft vieles schiefläuft«

Gisela Mayer will die Kraft ihrer Trauer in Engagement (im 'Aktionsbündnis Amoklauf Winnenden') umwandeln. Sie analysiert, ohne Anspruch auf Vollständigkeit, die gesamtgesellschaftlichen Verhältnisse, findet multikausale Zusammenhänge. Sie fordert »die Auseinandersetzung mit den Ursachen für einen Amoklauf und die allgemeine Verrohung, die immer weiter um sich greift.« Gisela Mayer stellt provokant die Schuldfrage, ohne persönlich zu verurteilen. Aber sie hat klare Ansprüche: »Die Politik muss Rahmenbedingungen schaffen, die den Zugang zu Waffen erschweren, Gewalt verherrlichende Computerspiele einer strengeren Überprüfung unterziehen und über eine Gewaltquote im Fernsehen entscheiden.«

Die Ethiklehrerin Mayer benennt drei Bereiche der Betrachtung der erforderlichen Veränderung: Familie, Schule, Gesellschaft. In der Familie gilt es, Grenzen zu setzen, Strukturen zu geben, echte Kommunikation, Respekt, Mitgefühl und Empathie vorzuleben. Dazu Stabilität garantieren, robustes Selbstbewusstsein vermitteln.

Sie sieht unser Bildungswesen als Spiegelbild gesellschaftlicher Orientierungslosigkeit. Die Schule soll Defizite des familiären Umfelds ausgleichen. Doch: Leistungsdruck, Versagensängste und Gewalt hängen zusammen. Mayer will Lernen als Lebensschulung, d.h. u.a. den 'Erwerb sozialer Kompetenzen' als Schulfach umsetzen.

In unserer oberflächlichen Gesellschaft herrschen zunehmender Egoismus und Narzissmus. »Unsere Medienkultur setzt auf Selbstdarstellung um jeden Preis«. Mayer beklagt den Zwang zum Erfolg, die fehlende Menschlichkeit in unserer technikzentrierten Welt: »der Wert eines Menschen, der Wert einer Handlung scheint von der Frage nach der Nützlichkeit, der Verwert- und Verwendbarkeit geprägt zu sein.« Der Wert eines Schülers manifestiert sich an Schulen folglich in den Noten. Und: »Die neue Armut in unserer Wohlstandsgesellschaft ist die Armut an Aufmerksamkeit, Liebe und Zuwendung.«

Insgesamt versucht Gisela Mayer den Spagat von der persönlichen Betroffenheit, dem Wut und Zorn hin zu einer gesamtgesellschaftlichen Analyse. Dabei orientiert sie sich in ihrer Ausführung augenscheinlich an den Erkenntnissen und Vorschlägen von Michael Winterhoff. So erscheinen ihre Darlegungen nicht neu, ihre Vorschläge erinnern stark an einen Erziehungsratgeber. Sie sieht »Sinnentleertheit unserer Gesellschaft«, kann aber (verständlicherweise) auch keine allgemeine Sinn stiftende Alternative anbieten, wie tiefe Menschlichkeit in unserer Gesellschaft verankert werden kann.

Ihr Buch ist dann am beeindruckendsten, wenn Gisela Mayer ihre persönlichen Erfahrungen, ihre Begegnungen mit Nan beschreibt. So schließt das Buch mit einem Zwiegespräch mit ihrer toten Tochter. Die vielleicht oder hoffentlich doch Recht hat mit ihren Worten: »viele kleine Leute, an vielen kleinen Orten, die viele kleine Dinge tun, werden das Gesicht der Welt verändern.«
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8 von 17 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Gebundene Ausgabe
Es musste erst der ' Amoklauf von Winnenden' passieren, damit dieses Buch geschrieben werden konnte. 2001, nach dem Amoklauf von Erfurt, gab es glücklicherweise noch keine verrohte, empathielose Gesellschaft und weder Ballerspiele noch Schusswaffen in Privatbesitz, deren Verbote man hätte propagieren können. Lassen wir jedoch hierzu die Autorin selbst zu Wort kommen:

'Eine derartige Reaktion, die an Zynismus und Gefühllosigkeit nicht zu überbieten ist, zeigt einmal mehr, was unsere Gesellschaft prägt: Man ist nicht wirklich interessiert am anderen, man nimmt nicht wirklich Anteil, Noch weniger ist man interessiert an Inhalten, mit denen man sich auseinandersetzen müsste und die vielleicht zu einschneidenden Veränderungen führen könnten. Man hat sich bequem eingerichtet, und daran wird sich auch nichts ändern, solange nicht im eigenen, sorgfältig geharkten Vorgarten eine Bombe einschlägt.'

Hier erübrigt sich jeder Kommentar und kostet gleich 2 Punkte Abzug von der Höchstpunktzahl.
Große Teile des Buches schildern gekonnt die Wurzeln einer immer kälter werdenden Gesellschaft:
Den gewandelten bis nicht mehr vorhandenen Erziehungsstil im Großteil der Familien gepaart mit den Einflüsse der modernen Medien- und Konsumwelt.

Aus ihrer langjährigen Praxiserfahrung als Ethiklehrerin berichtet Fr. Mayer von den dramatischen Folgen und bietet Einblicke in ihre eigene Auffassung von gelungenem Familienleben, aus denen interessierte Eltern sicher den ein oder anderen wertvollen Tipp gewinnen können.

Viel Raum wird hernach der umfangreichen Kritik der modernen Leistungsgesellschaft und vor allem des maroden Schulsystems eingeräumt. Was insgesamt beschrieben wird, jedoch ohne es auch nur einmal beim Namen zu nennen, sind die diversen direkten und indirekten Folgen des immer ungezügelteren Kapitalismus. Abhilfe wird von Gesellschaft und Politik gefordert . Das kranke System wird hier als alternativloser Sachzwang angenommen und soll sich nun doch irgendwann spontan selbst heilen. Für diese oberflächlichen Betrachtungen ziehe ich erneut einen Punkt ab.

Dennoch empfand ich einen großen Teil dieser Ausführungen durchaus als interessante Lektüre.

Für uns, die wir uns kritisch mit dem 'Amoklauf' und dessen unzähligen Widersprüchen und Logiklöchern befassen, ergibt sich nicht viel Neues zum Fall:
Erwartungsgemäß wurde auch Fr. Mayer von offizieller Seite aus dreist belogen, mindestens zweimal. Vordringlich wäre es nun ihre Aufgabe gewesen, hier Aufklärung und Konsequenzen zu fordern, anstatt fragwürdige Verbote von Ego-Shooter-Spielen und privatem Waffenbesitz.
Nichts dergleichen war bislang erkennbar. Dafür wieder einen Punkt Abzug.

Wer der Schilderung in einem anderen Kapitel Glauben schenkt, dass Tim K. während seiner 3 bis 4 minütigen Bluttat auch noch die Zeit hatte gemächlich durch den Schulflur zu schlendern und sich Schaukästen anzusehen, ist selbst Schuld.

Auch in diesem Buch findet sich ein unvermeidliches Kapitel, zum Glück recht kurz:
Es heißt: 'Wer war Tim K.?', scheint mir aus frühen Medienberichten zum Fall unkritisch übernommen und liefert demnach das gleiche Zerrbild der Realität. Von eigener Recherche hier keine Spur. Besser hätte man dieses Kapitel eingespart. Es kostet einen weiteren Punkt.

Diesen Punkt vergebe ich allerdings wieder, da ich an vielen Stellen des Buches herauslese, wie viel Liebe und Mitgefühl Frau Mayer ihren Kindern gab und damit auch lehrte. Ich bin mir sicher, dass Frau Mayers verstorbene Tochter Nina diese Welt durch ihr Leben bereichert hat.

Somit von dieser Seite aus 1 von 5 Punkten.
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Die Frau handelt blind durch ihreErlebnisse ! 1 17.03.2010
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