Der Briefwechsel zwischen Hermann Hesse und dem österreichischen Maler Alfred Kubin kann als durch und durch ehrlicher Briefwechsel bezeichnet werden; Hesse und Kubin brauchten sich nichts vorzumachen, waren auf der selben Wellenlänge, lehnten die gleichen Dinge ab (politisch, wie künstlerisch). Die gleiche Direktheit findet sich in den Briefen, wenn es um die Leiden und Einschränkungen des Alters geht, wenn es um Krankheiten geht. Ein Lebensüberdruß findet sich bei beiden.
Diese Briefe lesen sich zügig und kurzweilig; Hesse und Kubin sprechen viel über alltägliche Angelegenheiten (Geld, Reisen, Krankheiten etc.) und ihre ähnlichen Lebensumstände: zu keiner Zeit jedoch wehleidig und sentimental.
Warum dieser Briefwechsel dann doch sieben Jahre vor Kubins Tod endete (1952) - darüber kann nur spekuliert werden; der Herausgeber, Volker Michels, tut dies im Nachwort zu den Briefen. 1952 endeten nahezu alle Briefwechsel Kubins, aber es war Hesse, der Kubins letzten Brief nicht mehr beantwortete.