Diese durchaus gelungene Sammlung von Erfahrungsberichten beschreibt eine dunkle Seite der deutschen Geschichte. Daß im NS-Regime nationalsozialistische Inhalte den Unterricht bestimmten - oder bestimmen sollten - ist ein Fakt der Geschichte. Um so interessanter ist es zu lesen wie die Kinder der Eliteschulen wo der Unterricht und die Freizeit eine untrennbare Einheit von politischer Prägung ergaben es erlebt haben.
Sicherlich ist dieses Buch wie auch im Nachwort erwähnt nicht ungetrübt davon, daß man im Laufe der Jahre - und hier waren es immerhin 50 Jahre oder mehr die vergangen sind seit dem Ende dieser Schulzeit - lieber an positive Ereignisse denkt oder an das, was die Zeit besonders hervorhebt wie Krieg und Freundschaften (mal ehrlich: wenn ich an meine Schulzeit denke, denke ich an die Leute um mich herum und nicht an den INHALT des Unterrichts). Aber dennoch ist erkennbar, daß jeder einzelne der Schüler von seiner Geschicht geprägt wurde. (Ist nicht jeder von seiner Schulzeit - gleichsam heute wie vor 65 Jahren - geprägt?). Die Berichte zeigen aber auch immer wieder, daß durch die Zeiten hindurch die "Lehrertypen" erhalten geblieben sind. Ob in Jeans und Pullover oder in SS-Uniform - die Menschen sind sich gleich geblieben. Vielleicht ist das die wahre Mahnung, die ich aus diesem Buch entnommen habe. Das die Menschen damals genauso waren wie heute, nur die Gesellschaftspolitik eine andere. Sie wollen Anerkennung, ein Dazugehörigkeitsgefühl und schulischen Erfolg sowie eine erfolgreiche Zukunft für sich, und die Eltern wollen das auch.
Dieses Buch ist kein typisches Sachbuch sondern wie der Autor erwähnt eine Kollektion subjektiver Berichte, die eine Ahnung vermitteln, wie die Wahrheit der NPEA oder Adolf-Hitler Schule wohl ausgesehen hat.