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«Sire, ich eile ...»: Voltaire bei Friedrich II. Eine Novelle
 
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«Sire, ich eile ...»: Voltaire bei Friedrich II. Eine Novelle [Gebundene Ausgabe]

Hans Joachim Schädlich
4.2 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (6 Kundenrezensionen)
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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 144 Seiten
  • Verlag: Rowohlt; Auflage: 4 (16. Januar 2012)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3498064169
  • ISBN-13: 978-3498064167
  • Größe und/oder Gewicht: 20,8 x 13,2 x 1,8 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.2 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (6 Kundenrezensionen)
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Hans Joachim Schädlich
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Produktbeschreibungen

Kurzbeschreibung

Enttäuscht vom Desinteresse des Versailler Hofes, erschüttert vom Tod seiner geliebten Émilie du Châtelet , gibt Voltaire 1750 dem Drängen des Königs von Preußen nach: Der 56-Jährige geht an den Hof des um achtzehn Jahre jüngeren Friedrich. Anders als Émilie hält er an der Wunschvorstellung fest, der preußische König sei der «Philosoph auf dem Thron». Friedrich, der den berühmten Franzosen seit 1736 in Briefen umwirbt, verspricht sich von Voltaires Aufenthalt in Potsdam und Berlin nicht nur die Mehrung seines Ruhmes. Er hofft auf einen geistvollen Gesprächspartner – und auf einen Korrektor seiner eigenen poetischen und philosophischen Schriften. Bald erweist sich, daß Voltaire und Friedrich nach Temperament und Lebensgewohnheiten unverträglich sind. Es kommt zum Bruch. Voltaire ist in Gefahr, er will fort und macht sich auf die Reise. Die preußischen Beauftragten in der Freien Reichsstadt Frankfurt halten ihn auf Befehl Friedrichs fest: Er wird unter Hausarrest gestellt, sein Gepäck wird beschlagnahmt, er erfährt Erniedrigung und Willkür. Friedrich und Voltaire sehen sich nie wieder. Hans Joachim Schädlich führt mit äußerster Verknappung, jedoch historisch präzise, nicht nur die Unvereinbarkeit von freiheitlichem Geist und absolutistischer Macht vor Augen – er rückt auch Voltaires berühmte Gefährtin Émilie du Châtelet ins Bild und eine große aufgeklärte Liebe. «Hans Joachim Schädlich ist einer der ganz Großen in der zeitgenössischen deutschen Literatur.» Die Zeit „‘Sire, ich eile‘ ist ein spöttisches Bravourstück, das allen denkbaren Heldenverehrungsbüchern zum Friedrich-Jubiläum den Schneid abkauft.“ Sigrid Löffler, RBB Kulturradio «Ein Meister der Reduktion, der mit dieser Reduktion eine ungeheure Intensität erreicht.» Süddeutsche Zeitung "Schlechte Nachricht für Fridericianer aller Fraktionen: Hans Joachim Schädlichs Novelle ist eine Frechheit, eine hübsche Volte im Geiste Voltaires. Ätzend knapp und kühl luzid." Hans-Jost Weyandt, Spiegel Online „Dieses kleine erzählerische Bravourstück … ist das wunderbare Ergebnis der Zusammenarbeit zwischen dem Historiker und dem Schriftsteller Hans Joachim Schädlich.» Lena Bopp, FAZ „Hans Joachim Schädlich zeigt hier einen Modellfall für das Verhältnis von Geist und Macht … eine literarisch hoch aufgeladene Lektüre. » Helmut Böttiger, Deutschlandradio Kultur

Über den Autor

Hans Joachim Schädlich, 1935 in Reichenbach im Vogtland geboren, arbeitete an der Akademie der Wissenschaften in Ost-Berlin, bevor er 1977 in die Bundesrepublik übersiedelte. Heute lebt er wieder in Berlin. Für sein Werk bekam er viele Auszeichnungen, u.a. den Heinrich-Böll-Preis, Hans-Sahl-Preis, Kleist-Preis, Schiller-Gedächtnispreis, Lessing-Preis, Bremer Literaturpreis und Joseph-Breitbach-Preis.

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12 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen Geschichte hautnah erleben, 26. Januar 2012
Rezension bezieht sich auf: «Sire, ich eile ...»: Voltaire bei Friedrich II. Eine Novelle (Gebundene Ausgabe)
Im Zuge des 300. Geburtstags von Friedrich dem II. am 24.1.2012 war der Preußenkönig, der alte Fritz wieder in aller Munde. Die Feuilletons in Fernsehen, Radio und Zeitungen quollen über von Beiträgen über Friedrich den II. So ergab es sich, dass ich im D-Radio-Kultur einen Teil des Interviews mit Hans Joachim Schädlich verfolgte. Er sprach über sein neues Buch "Sire, ich eile" und er las Ausschnitte daraus vor.

Mich faszinierte sofort seine Art zu reden und wie er die Fragen der Radiomoderatorin beantwortete. Mit seiner sonoren, sehr wohlklingenden Stimme wählte er die Worte für seine Antworten sehr sorgfältig aus. Es gab keine unfertigen Sätze, d.h. er unterbrach sich nicht selbst, um einen Satz neu zu beginnen, stattdessen legte er lieber eine kleine Pause ein, um die passenden Worte zu finden, mit denen er den Satz beenden konnte und seine Worte damit auch exakt seine Gedanken wiedergaben. Seine gesprochenen Worte klangen fast schon, wie geschriebene.

Die Moderatorin fragte ihn nach seinem Stil der Verknappung, der Reduktion auf das Wesentliche, der Enthaltung jeder Bewertung. Seine Antwort darauf gefiel mir sehr und blieb mir in Erinnerung. Er sagte, dass er diesen Stil bewußt wähle und zwar aus zweierlei Gründen. Zum einen wolle er nichts schreiben, was so schon ein anderer genauso geschrieben hat. Zum anderen möchte er, dass das "Ungesagte", die Bewertung, die Interpretation im Kopf des Lesers entstehen soll. Er möchte den Leser zum Mitdenken, Nachdenken motivieren und ihn dazu führen, dass er sich in die Situation hinein versetzen kann und auf diese Art weitere Eindrücke, Gedanken entstehen, die er selbst nicht niedergeschrieben hat. Er meinte, die Vorstellungen müssten sich notwendigerweise aus der knappen Schilderung der Situationen ergeben.

Dieses Interview hat mich zum Kauf des Buches bewegt. Ich wollte diesen Stil erleben und es interessierte mich, wie man sich das Verhältnis zwischen Voltaire und Friedrich dem II. vorstellen muss. In den Geschichtsbüchern wird die Beziehung der beiden, wenn überhaupt, nur kurz erwähnt. Für mich war es sehr spannend durch das Lesen dieses Buches diesen Ausschnitt der Geschichte richtig lebendig vor meinen Augen entstehen zu sehen und ablaufen zu lassen.

Wohl gerade auch wegen des knappen Stils bereitete mir das Lesen soviel Spaß, dass ich das Buch schon nach zwei Tagen beendet hatte. Besonders gut fand ich auch, dass ich einiges über das Leben zur Zeit Voltaires lernte, was mir so vorher gar nicht bewußt war. So lernte ich etwas über den Umgang von Ehepaaren miteinander und über ihren Umgang mit ihren jeweiligen Geliebten, über die Ausübung von Macht und die Möglichkeiten durch Spekulation schon damals Geld zu verdienen oder zu verlieren.

Herr Schädlich wählte die Form einer Novelle, sicher nicht ohne Grund. Dazu harren noch folgende Fragen ihrer Antwort: Was ist die "unerhörte Begebenheit", die sich darin ereignet und die zu einem Wendepunkt in der Handlung führt? Oder gibt es mehrere Wendepunkte? Welches ist das Leitmotiv der Novelle und verfügt sie auch über ein Ding-Symbol?
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9 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Coup au but!, 27. Januar 2012
Von 
Dr. Max Georg Kellner "MGK" (Seehausen am Staffelsee) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: «Sire, ich eile ...»: Voltaire bei Friedrich II. Eine Novelle (Gebundene Ausgabe)
In keiner Weise beansprucht diese Novelle historische Korrektheit -- trotz eines erstaunlich umfangreichen Quellennachweises im Anhang!
Auch mag die zeitliche Koinzidenz zu allfällig chrononologischen Jubiläen in der Veröffentlichung vom Autor im den Verkauf fördernder Weise nicht zufällig gewählt worden sein.
Dennoch: Chapeau, Hut ab!
Die agierenden Personen der Handlung wirken in vollem Umfang zeitgemäß!
Wer sich in den Bannkreis der Macht begibt, wird von ihr aufgesogen und hat ihren eigenen Gesetzmäßigkeiten zu folgen.
Es steht zu hoffen, daß diese Novelle gerade in den maßgeblichen politischen Kreisen zu Berlin ihre Leser finden möge. Jeder politischer Verantwortungsträger -- ganz gleich welcher Partei -- sollte sich dieses Buch zum Alltagskatechismus erwählen!!
Pflichtlektüre!
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5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
3.0 von 5 Sternen Vielleicht waren die Erwartungen überhöht?, 6. Februar 2012
Rezension bezieht sich auf: «Sire, ich eile ...»: Voltaire bei Friedrich II. Eine Novelle (Gebundene Ausgabe)
Natürlich habe ich Schädlings kleines Meisterwerk: "Sire, ich eile" innerhalb eines Nachmittags mit Gewinn und Genuß gelesen.

Schädlich gelingt es in seiner Novelle unglaublich schnell den Leser in seinen Bann zu ziehen und gleichzeitig die 3 Protagonisten, Voltaire, Emilie seine Geliebte und Friedrich II ... dem geneigten Publikum vorzustellen.

Unterschiedlicher könnten Friedrich und Volaire nicht sein. Angezogen von einander bewegen sie sich aufeinander zu. Enttäuscht, ja fast angewiedert entfernen sie sich wieder.

Schädlichs Sprache ist sparsam, klar, reduziert und ohne barocke Schnörkel.

Sein Stil ist Geschamacksache! Für mein Bedürfnis und meinem Wunsch nach Schönheit der Sprache war dies zu sehr puritanisch, ja manches Mal sogar störend in irre führend. Oftmals, gerade im 2. Teil der Novelle wirken die Zitate sogar fremd und hinein-kopiert.

Trotzdem: Das Buch ist lehrreich ohne zu belehren. Und zu empfehlen.

Meine Einschränkung: sprachlich erfüllte es gerade im 2. Teil nicht den hohen Erwartungen, die durch Presse und andere Kritiker geschürt wurden.
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